Substack hat allen, die auf der Plattform Geld für ihre Arbeit verlangen, eine E-Mail geschickt. Ab dem 01.12.2026 kümmert sich Substack um die Umsatzsteuer.
Der entscheidende Satz aus der Mail, sinngemäß übersetzt:
Substack übernimmt die Verantwortung, indirekte Steuern wie Umsatzsteuer (VAT), GST und ähnliche in eurem Namen zu berechnen, einzuziehen und abzuführen, und zwar in jedem Land, in dem unser Zahlungsdienstleister Stripe aktiv ist.
Bisher war das eure Aufgabe.
Die Änderungen
Ich habe das Problem schon einmal beschrieben, im englischen Artikel Substack Has a VAT Problem. Substack hat Steuern nicht hinzugefügt, eingezogen oder abgeführt. Stripe hat das Geld bewegt, die Steuerseite blieb bei den Publishern.
Jetzt macht Substack das. Automatisch, am 01.12. Ihr müsst nichts einschalten, und die Mail sagt das ganz klar: „What do you need to do? Nothing!“
Die Gebühr bleibt bei 10 Prozent.
Kein Aufpreis für die zusätzliche Arbeit.
Quittungen und Preise
Die Steuer erscheint als eigene Zeile. Neue zahlende Abonnenten sehen sie beim Checkout, bestehende auf der Quittung bei der nächsten Verlängerung.
Euer Preis ändert sich nicht. Der Gesamtbetrag für eure Abonnenten schon, je nachdem, wo sie wohnen. Ein Leser in Hamburg und ein Leser in Oslo zahlen unterschiedliche Summen, weil die Steuersätze je nach Land und Bundesstaat abweichen.
Nicht alles auf Substack ist steuerpflichtig. Die Sätze hängen von Land, Bundesstaat und Art des Inhalts ab. Eure Inhaltskategorie könnt ihr vor dem 01.12. in den VAT-Einstellungen prüfen, damit der richtige Satz greift. Dort geht es auch um bestehende Meldungen.
Inklusivpreise
Es gibt eine zweite Möglichkeit, aber nur für Publisher außerhalb der USA und Kanadas: Inklusivpreise, wo anwendbar.
Die Steuer wird dann aus eurem Abopreis herausgerechnet, statt oben draufgeschlagen zu werden. Der Leser sieht den Preis, den ihr festgelegt habt. Ihr behaltet, was nach der Steuer übrig bleibt.
Ein Beispiel: ein Abo für 7 $, ein Leser in Deutschland, 19 Prozent Umsatzsteuer. Mit Inklusivpreis gehen rund 1,12 $ der 7 $ an die Steuer. Ohne zahlt der Leser etwa 8,33 $ und ihr behaltet eure 7 $ (vor Gebühren).
Was besser ist, hängt von euren Lesern ab. Ein Aufschlag beim Checkout ist das eine. Eine kleinere Auszahlung das andere.
Nachteile
Vor dem 01.12. ändert sich nichts. Bis dahin gelten die alten Regeln, und zu früheren Zeiträumen sagt die Mail nichts.
Ohne Inklusivpreis sehen viele Leser einen höheren Gesamtbetrag als bisher. Manche werden es merken. Einige kündigen deshalb vielleicht, vermute ich. Und Publisher in den USA und Kanada haben die Inklusiv-Option gar nicht.
Die Details überlässt die Mail außerdem der verlinkten FAQ. Registrierungen und bestehende Meldungen stehen dort, nicht in der Mail selbst. Wer ein eigenes Umsatzsteuer-Setup hat, sollte diese Seite lesen. Und bei Fragen zur eigenen Steuersituation empfiehlt auch die Mail selbst eine Steuerberatung.
Fazit
Substack ist von „das ist euer Problem“ zu „wir übernehmen das“ gekommen. Bei gleichen 10 Prozent.
Für zahlende Publisher ist das eine Sache weniger, die sie melden müssen. Wie die ersten Quittungen nach dem 01.12. aussehen, sehen wir dann.
Zuerst auf Englisch erschienen: Medium