Du planst deine erste Website, googelst ein bisschen herum, und überall taucht dasselbe Wort auf: WordPress. Fast jeder empfiehlt es, fast jede Agentur baut damit. „Damit kann man alles machen", liest du. Aber ist WordPress wirklich die beste Wahl für jeden? Die ehrliche Antwort: Kommt drauf an. Und meine eigene Antwort hat sich zuletzt verschoben. In der Agentur arbeite ich inzwischen wieder häufiger mit WordPress, in der aktuellen Version 7 mit Divi 5. Stand August 2026.
Was WordPress gut macht
WordPress ist das meistgenutzte CMS der Welt. Das hat Gründe. Du kannst Inhalte selbst pflegen, ohne Code anzufassen. Es gibt Tausende Plugins für fast jede Anforderung. Und für Blogs, Magazine oder Content-schwere Seiten ist WordPress nach wie vor eine solide Wahl.
Auch wenn du ein großes Team hast, das regelmäßig Artikel, Produkte oder Seiten anlegen soll, macht WordPress vieles leichter. Das Redaktionssystem ist ausgereift und für viele Nutzer verständlich.
Wo WordPress an seine Grenzen kommt
Das Problem beginnt, wenn du eine einfache Business-Website willst, die schnell lädt, sicher ist und wenig Pflege braucht. Genau da zeigt WordPress seine Schwächen.
Drei Punkte, die ich bei Kundenprojekten immer wieder sehe:
- Performance: Eine WordPress-Installation mit einem älteren Theme und zehn Plugins kann langsam laden. Das war lange mein Haupteinwand. Mit WordPress 7 und einem aktuellen Builder wie Divi 5 hat sich hier viel getan, aber es hängt weiter davon ab, wie die Seite aufgesetzt und gepflegt wird.
- Sicherheit: WordPress ist das am häufigsten angegriffene CMS im Netz, weil es so verbreitet ist. Wer Updates und Plugins pflegt, ist gut aufgestellt. Wer nicht, hat ein Risiko.
- Plugin-Abhängigkeit: Viele Funktionen kommen von Drittanbieter-Plugins. Die werden nicht immer gepflegt, können kollidieren und kosten laufend Geld. Pro Plugin, pro Jahr.
Was eine individuelle Website bietet
Eine individuell entwickelte Website hat keinen unnötigen Code, keine ungenutzten Plugins, keine Drittanbieter-Abhängigkeiten. Sie tut genau das, was du brauchst.
- Schnelle Ladezeiten, weil nur der Code drin ist, den die Seite braucht
- Weniger Angriffsfläche, weil keine Plugin-Infrastruktur vorhanden ist
- Kein Plugin-Abo, das abläuft oder teurer wird
- Kaum Update-Aufwand, weil es kein System gibt, das gepflegt werden muss
- Volle Kontrolle über Code, Struktur und Daten
Der berechtigte Einwand: Du kannst Inhalte nicht ohne technisches Wissen ändern. Das stimmt, außer ich baue dir ein schlankes Admin-Interface. Das besprechen wir im Projekt.
Wann welche Lösung sinnvoll ist
WordPress macht Sinn, wenn du regelmäßig viele Inhalte selbst pflegst, ein großes Team Zugang braucht oder du komplexe Shop-Funktionen benötigst.
Eine individuelle Website macht Sinn, wenn du eine saubere, schnelle Business-Präsenz willst. Wenn deine Website hauptsächlich Kunden überzeugen soll, nicht täglich von dir bearbeitet wird und du keine 20 Plugins brauchst. Das sind die meisten Selbständigen und kleinen Betriebe in Schleswig-Holstein, die mich kontaktieren.
Die beste Website ist nicht die mit den meisten Funktionen. Es ist die, die für deine Kunden am schnellsten lädt und sie am klarsten zur richtigen Aktion führt.
Was der Unterschied kostet
Ein WordPress-Theme gibt es ab 50 bis 100 Euro. Klingt günstig, bis du Plugins dazurechnest. SEO-Plugin, Formular-Plugin, Cache-Plugin, Sicherheits-Plugin. Schnell kommen 200 bis 400 Euro pro Jahr zusammen, nur für Lizenzen. Ohne Entwicklung, ohne Wartung.
Eine individuelle Website hat höhere Einstiegskosten, aber keine laufenden Lizenzkosten. Bei mir startet eine Business-Website ab 799 Euro. Kein Plugin-Abo, kaum Wartung, schnelle Ladezeiten.
Mein Standpunkt als Webdesigner aus Neumünster
Ich baue beides. In der Agentur setze ich inzwischen wieder häufiger auf WordPress 7 mit Divi 5, und die Kombination ist deutlich besser als das, was ich aus früheren Projekten kannte. Warum, steht in einem eigenen Artikel. Für den typischen Selbständigen mit einer überschaubaren Business-Website bleibt eine schlanke, individuelle Lösung trotzdem oft die einfachere Wahl: weniger Pflege, weniger laufende Kosten.
Wenn du denkst, du brauchst WordPress: Reden wir darüber. Manchmal stimmt das.
Häufig gestellte Fragen
Ist WordPress kostenlos?
Die WordPress-Software selbst ist kostenlos. Aber du brauchst Hosting, eine Domain, meist ein Premium-Theme und verschiedene Plugins. Rechne mit 200 bis 500 Euro im Jahr allein für laufende Kosten, ohne Entwicklung.
Kann ich eine individuelle Website selbst bearbeiten?
Ja, wenn ein schlankes Admin-Interface integriert wird. Das geht auch ohne ein großes CMS dahinter. Sprich mich darauf an, wenn das für dich wichtig ist.
Ist WordPress sicher?
WordPress selbst ist nicht grundsätzlich unsicher. Die meisten Probleme kommen aus veralteten Plugins, schlecht gewarteten Themes und zu wenig Aufmerksamkeit für Updates.
Wann würdest du WordPress empfehlen?
Wenn ein Team regelmäßig Inhalte pflegen muss, du einen großen Blog betreibst oder komplexe Shop-Funktionen brauchst. Für eine kleine Business-Website, die selten angefasst wird, ist es oft mehr System als nötig.
Was ist der SEO-Vorteil einer individuellen Website?
Sauberer Code, schnelle Ladezeiten und eine klare Struktur sind starke SEO-Grundlagen. Keine ungenutzten Plugins, schlankes HTML. Das wirkt sich direkt auf das Google-Ranking aus. Mehr dazu erkläre ich im Artikel über Website-Ladezeit und SEO.