Ich habe mein Benable-Dashboard heute Morgen zum ersten Mal seit Wochen aufgemacht.
Zwei Dollar.
Das ist der Stand nach 33 Monaten auf der Plattform. Und beide Dollar kommen von Benable selbst, nicht davon, dass jemand etwas gekauft hätte, das ich empfohlen habe.
Ich habe über Benable schon zweimal geschrieben, beide Male wohlwollend. Das hier ist die Fortsetzung: dieselbe Plattform, dasselbe Konto, fast drei Jahre später, mit dem Dashboard offen.
Was Benable ist
Benable ist ein Ort für Listen mit Dingen, die ihr empfehlt. Ihr fügt ein Produkt ein, schreibt eine Zeile dazu, warum ihr es mögt, und Benable macht aus dem Link einen Affiliate-Link. Für alle Partnermarken seid ihr auf einen Schlag freigeschaltet. Keine Bewerbung pro Marke, keine Mindest-Followerzahl, kein Warten.
Es kostet nichts.
Und Benable behält nichts von dem, was ihr verdient. Der Satz steht oben auf der Markenseite im Dashboard: Benable doesn't take a penny. Die meisten anderen Netzwerke behalten einen Anteil. Dieses nicht, und deshalb habe ich im Oktober wohlwollend darüber geschrieben.
Das Modell ist also in Ordnung.
Meine Zahlen
113 Follower. Vier Listen mit zusammen 42 Einträgen. Die Listen haben 47, 39, 5 und 3 Likes. Drei der vier tragen Benables grünes Abzeichen Optimized, die vierte Near-optimized.
Dann der Cashback-Reiter.
Auszahlungsfähig: 2,00 Dollar. Direkt darunter, in Grau: No cashback transactions. Die zwei Dollar sind zwei Buchungen mit dem Namen Benable bonus, eine vom 26. März, eine vom 22. Juni. Guthaben von der Plattform, kein Verkauf.
Die Mindestauszahlung liegt bei 80 Dollar.
Zweieinhalb Prozent des Weges zu einer Auszahlung, nach zwei Jahren und neun Monaten.
Über meine Listen kauft niemand. Das ist das Ergebnis. Überrascht mich nicht. Ich schiebe es ja nirgends an.
Der Monat mit dem großen M
Benable macht einen monatlichen Rückblick, dieses Format zum Durchtippen, das ihr von Spotify kennt. Meiner beginnt mit August was a BIG month for you. Vier meiner Listen waren im Trending-Bereich. Leute aus fünf Ländern haben sie angesehen. Mein Engagement-Score war 4,1.
Ein großer Monat. Null Dollar.
Darunter stehen meine September-Ziele, gesetzt von Benable: Tune-ups erledigen, fünf Listen auf der Discover-Seite durchsehen, zehn Creator folgen, zehn Listen liken. Und die zwei offenen Tune-ups, also die Dinge, die meine „Listen- und Profilqualität" heben würden, sind diese: Benables Chrome-Erweiterung installieren, und ihnen auf Instagram folgen.
Kein einziges dieser Ziele hat damit zu tun, dass jemand etwas kauft. Das ist Marketing für Benable.
Ich halte das nicht für Betrug. Sie brauchen Marketing. Es ist eine noch recht junge Plattform, die Aktivität nötiger hat als meine Verkäufe, und sie sagt das offen.
Der Markenkatalog
Das Dashboard nennt 16.164 Marken. Auf der Startseite von Benable steht EARN WITH 35,000+ BRANDS. Warum die beiden Zahlen auseinandergehen, weiß ich nicht, und eine Erklärung dazu habe ich in der App nicht gefunden.
Setzt den Länderfilter auf Deutschland, bleiben 1.670 übrig. Rund zehn Prozent.
Die Provisionen bei den bekannten Namen: Etsy bis 7 %, Lululemon bis 8 %, TripAdvisor bis 6 %, Anthropologie bis 12 %, Ulta bis 15 %. Bei Amazon und Target steht „Varies". Für das, was es ist, sind das brauchbare Sätze.
Dann habe ich „notion" in die Markensuche getippt, weil das die Art von Sache ist, die ich empfehle. Elf Treffer kamen zurück. NOTIONE.COM, National Express Coaches, National Car Rental. Kein Notion.
Der Katalog ist Mode, Beauty, Wohnen und Reisen. Meine Leser kommen wegen Schreibwerkzeugen, Mac-Apps und Newsletter-Software. Das ist der eigentliche Punkt.
Nachteile
Die 80-Dollar-Grenze sorgt dafür, dass kleine Beträge liegen bleiben, womöglich für immer. Bei meinem Tempo: für immer.
Auch die Begriffe brauchen einen Moment. „Cashback" und „Provision" stehen nebeneinander, und meine zwei Dollar hängen unter einer Überschrift, die gleichzeitig sagt, ich hätte keine Transaktionen.
Wer in Europa sitzt, für den ist der kleinere Markenkatalog das größere Problem. Zehn Prozent, und die großen Namen darin sind weiterhin amerikanische Läden.
Etwas anderes ist mir noch aufgefallen. Der Insights-Reiter listet meine letzten Besucher mit Stadt und Uhrzeit. „Someone from Flensburg, Schleswig-Holstein, Sep 8th 8:36 am." Viele Analyse-Werkzeuge machen so etwas, ungewöhnlich ist es nicht. Es ist nur genauer, als ich erwartet hatte. Datenschutz dürfte hier nicht die Stärke sein.
Und dann mein eigener Anteil, der größte Posten auf dieser Liste. Vier Listen in drei Jahren sind kein System. Ich habe sie gebaut, einmal verlinkt, und bin gegangen. Benable belohnt Leute, die auftauchen, und ich habe nichts geliefert, womit die Plattform arbeiten könnte.
Für wen es sich lohnen kann
Wenn eure Empfehlungen genau die Dinge sind, die dieser Katalog führt, sieht die Rechnung anders aus. Wohnen, Beauty, Fitnessgeräte, Reisen, Küche. Jemand, der zeigt, was er gekauft hat, und ein Publikum hat, das kauft, was er zeigt.
Für diese Person ist ein kostenloses Werkzeug ohne Abzug und mit sofortiger Freischaltung für tausende Marken ein guter Deal, und die Sichtbarkeit innerhalb von Benable funktioniert. Vier meiner Listen waren im Trending, ohne dass ich mich auch nur eingeloggt hätte. Benable* auszuprobieren kostet nichts.
Es gibt auch eine Nutzung, die ich mag: private Listen. Dinge, nach denen meine Kinder zweimal im Jahr fragen, Werkzeuge, die ich wiederfinden will. Eine Einkaufsliste, die nicht in einer Notiz verschwindet.
Wenn ihr aber wollt, dass euer Schreiben Geld bringt, ist der Verkauf eigener Produkte der kürzere Weg als das Einsammeln von Prozenten auf fremde Ware. Und was auch immer ihr aufbaut, es gehört euch erst dann halbwegs, wenn es an einer eigenen Domain hängt.
Unterm Strich
Benable hat mich nie etwas gekostet. Es hat mir auch nie etwas eingebracht. Ich habe es aber auch nicht wirklich versucht.
Die Listen lasse ich stehen. Es sind gute Listen.
* Affiliate-Link: Wenn du dich darüber anmeldest, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich nichts.
Zuerst auf Englisch erschienen: Medium