Apple hat meinen alten iMac von 2017 bei macOS 13 Ventura aufgegeben. Das ist ein paar Jahre her. Und seit macOS 27 bekommt kein Intel-Mac mehr ein neues macOS.
Die Hardware ist trotzdem noch gut. Quad-Core i7 mit 4,2 GHz, 32 GB RAM, ein 27-Zoll-Bildschirm mit 5K. Also habe ich im Oktober Ubuntu installiert. Neben macOS, nicht statt macOS.
So habe ich es gemacht. Samt den Dingen, die nicht sofort liefen.
Die passenden Macs
Nicht jeder alte Mac ist gleich einfach.
Intel-Macs bis 2017 sind die einfachen. Mein iMac gehört dazu. Das MacBook Pro meines Vaters von 2012 auch, darauf läuft jetzt Zorin OS. Für Linux sind das ziemlich normale PCs. Meistens.
Macs von 2018 bis 2020 haben Apples T2-Sicherheitschip. Linux läuft auch darauf, braucht aber meist Extraschritte: einen speziellen Kernel, geänderte Einstellungen für die Startsicherheit, WLAN-Firmware aus macOS. Das t2linux-Projekt hat Anleitungen dafür. Selbst ausprobiert habe ich das nicht.
Macs mit Apple-Chip, also M1 und neuer, sind eine andere Geschichte. Asahi Linux läuft auf vielen davon, mit Lücken. Aber das ist ein anderes Thema.
Grob gesagt: Je älter der Intel-Mac, desto einfacher.
Die beste Distro
Linux gibt es in vielen Varianten, sogenannten Distributionen oder Distros. Für einen alten Mac würde ich eine von zwei nehmen… im Moment. Das kann sich ändern...
Ubuntu läuft auf meinem iMac. Version 24.04 LTS, die Version mit Langzeit-Support. Ubuntu gehört zu den meistgenutzten Distros, deshalb gibt es für fast jede Anleitung und fast jedes Entwickler-Tool eine Ubuntu-Variante. Bei mir laufen darauf Brave, Git, die GitHub CLI, Docker und Claude Code.
Zorin OS läuft auf dem MacBook meines Vaters. Es basiert auf Ubuntu, ist aber freundlicher. Die Oberfläche gibt es im macOS-Stil mit Dock, und den fehlenden WLAN-Treiber hat Zorin selbst gefunden. Für Eltern oder alle, bei denen der Rechner einfach laufen soll, würde ich es empfehlen.
Linux Mint wird auch oft empfohlen. Auf einem Mac hatte ich es noch nicht. Elementary OS haben wir auf dem Mac meines Vaters zuerst probiert, dann sind wir zu Zorin gewechselt. Die ganze Geschichte steht in Linux rettet den alten Mac, den Apple aufgegeben hat.
Die Installation
Claude Code hat für mich die Arbeit im Terminal gemacht: den USB-Stick, die Festplatte und später einen Teil der Fixes. Das Klicken habe ich selbst übernommen.
- Mac sichern. Mit Time Machine oder was ihr sonst nutzt. Partitionen ändern ist der eine Schritt, der richtig schiefgehen kann.
- ISO herunterladen. Von ubuntu.com, für Zorin von zorin.com.
- Auf einen USB-Stick schreiben. Das hat Claude Code direkt im Terminal des Macs erledigt. Für die Zorin-Installation bei meinem Vater habe ich balenaEtcher genommen. Geht genauso gut.
- Platz für Linux schaffen. Ich wollte macOS behalten, also brauchte die Festplatte freien Platz für Ubuntu. Claude Code hat die Platte dafür vorbereitet. Braucht ihr macOS nicht mehr, überspringt diesen Schritt. Der Installer kann dann die ganze Platte löschen.
- Neu starten und die Wahltaste (Option) gedrückt halten. Der Mac zeigt sein Startmenü. Wählt den USB-Stick, meistens heißt er „EFI Boot“.
- Erst ausprobieren. Ubuntu läuft vom Stick, ohne die Festplatte anzufassen. Prüft Tastatur, Maus und Bildschirm.
- Installieren. Behaltet ihr macOS, wählt im Installer den freien Platz, nicht die macOS-Partition. Dann neu starten.
Ab dann könnt ihr beim Start mit gedrückter Wahltaste zwischen macOS und Ubuntu wählen.
Die Fixes
Drei Dinge liefen nicht sofort. Und eins war einfach langsam.
WLAN. Natürlich. Intel-Macs haben WLAN-Chips von Broadcom, und viele Distros liefern den Treiber wegen seiner Lizenz nicht von Haus aus mit. In Ubuntu findet ihr ihn unter „Zusätzliche Treiber“ in „Anwendungen & Aktualisierungen“. Zum Herunterladen braucht der Mac aber erst einmal Internet. Der iMac hat einen Ethernet-Anschluss, das hilft.
Der 5K-Bildschirm. Die Skalierung musste angepasst werden. Ubuntus feste Stufen passten nicht, also habe ich in den Bildschirm-Einstellungen die fraktionale Skalierung eingeschaltet und einen Wert dazwischen gewählt.
Ton. Am Anfang kein Ton. Das hat Claude Code im Terminal behoben. Ohne KI-Tool sucht ihr nach eurem genauen Mac-Modell plus „Ubuntu kein Ton“. Irgendwer hatte das Problem schon.
Snaps. Ubuntu installiert viele Apps als Snap-Pakete. Die starten auf dem alten Fusion Drive langsam. Die .deb-Versionen nicht. Deshalb installiere ich alles als .deb, wo es geht. Brave zum Beispiel.
Ein Kaltstart dauert trotzdem rund 40 Sekunden. Nicht schnell. Aber okay.
Die Nachteile
Die Apple-Sachen fehlen auf der Linux-Seite natürlich. Kein iMessage, kein AirDrop, keine Apple Notizen. Mit Dual-Boot ist macOS nur einen Neustart entfernt. Aber eben einen Neustart.
Auch keine Microsoft-Office-App. Microsoft 365 läuft im Browser, und das deckt viel ab.
Dual-Boot nimmt macOS Speicherplatz weg. Und die Platte vorzubereiten ist riskant. Macht das ein KI-Tool für euch, schaut vor eurem Okay nach, welche Platte es ändern will. Eine falsche Plattennummer, und das falsche Laufwerk ist weg.
Auf einem MacBook kostet Linux meistens etwas Akkulaufzeit. macOS kennt Apples Hardware besser. Aber tatsächlich ist Linux da verdammt solide. Und auf dem iMac läuft Ubuntu sogar flüssiger als macOS Ventura.
Aber je neuer der Mac, desto mehr Arbeit. T2-Macs brauchen Extraschritte, Macs mit Apple-Chip sind ein ganz anderes Projekt. Das würde ich mit Linux im Moment nicht angehen.
Unterm Strich
Mein iMac von 2017 ist wieder ein Rechner, mit dem ich arbeite. Nicht mein Hauptrechner, das bleibt der Mac. Aber ein zweiter Rechner, der wieder Updates bekommt und viel kann.
Und macOS ist noch drauf, einen Neustart entfernt.
Zuerst auf Englisch erschienen: Medium