Wenn jemand bei mir anfragt, fällt das Wort "Website" meistens als erstes. Manchmal stellt sich im Gespräch heraus, dass eine Landingpage besser passt. Manchmal andersherum. Beides ist sinnvoll, beides hat eine klare Stärke. Es lohnt sich, den Unterschied zu kennen, bevor du planst.

Was eine Landingpage tut

Eine Landingpage ist eine einzelne Seite mit genau einem Ziel. Sie führt den Besucher entlang einer klaren Linie, vom ersten Eindruck bis zur einen Aktion, die du dir wünschst. Anmeldung zum Webinar. Buchung eines Erstgesprächs. Download eines PDFs. Bestellung eines konkreten Angebots.

Was sie auszeichnet, ist Konzentration. Keine Hauptnavigation, die ablenkt. Kein zweites oder drittes Angebot daneben. Eine Geschichte, ein Argument, ein Button. Genau das macht sie für Kampagnen so wirksam.

Eine Landingpage funktioniert besonders gut, wenn du Traffic gezielt darauf lenkst. Eine Anzeige bei Meta, ein Newsletter, eine QR-Code-Kampagne, ein Vortrag mit Verweis auf eine kurze URL. Der Besucher kommt mit einer Frage, die Seite gibt eine klare Antwort.

Was eine Website tut

Eine Website ist die digitale Heimat deines Geschäfts. Sie zeigt, wer du bist, was du anbietest, wie man dich erreicht, was Kunden über dich sagen. Sie hat mehrere Seiten, eine Navigation, ein Impressum, vielleicht einen Blog.

Sie arbeitet langfristig. Suchmaschinen finden sie über viele verschiedene Begriffe. Bestandskunden landen dort, wenn sie deine Telefonnummer suchen. Neue Kunden orientieren sich, vergleichen, lesen ein paar Beispiele und entscheiden in Ruhe.

Eine Website ist breiter, eine Landingpage ist tiefer. Beides hat Wert.

Der Unterschied im Alltag

Stell dir zwei Situationen vor. Im ersten Fall machst du eine Anzeige für ein neues Coaching-Programm mit drei Plätzen. Du willst Anmeldungen. Hier passt eine Landingpage. Sie erklärt das Programm, zeigt, für wen es gedacht ist, was passiert und was es kostet. Ein Button, eine Anmeldung, fertig.

Im zweiten Fall bist du Friseurin und willst, dass dich Menschen aus deiner Stadt finden, dein Angebot kennen lernen, deine Galerie sehen und einen Termin vereinbaren. Hier passt eine Website. Mehrere Seiten, lokales SEO, Öffnungszeiten, Online-Buchung. Eine Landingpage allein wäre zu schmal.

Eine Website ist das Geschäft. Eine Landingpage ist das Schaufenster für eine bestimmte Kampagne. Beides ergänzt sich, wenn man weiß, wofür man was nutzt.

Wann eine Landingpage reicht

Es gibt Situationen, in denen eine einzelne Seite tatsächlich genug ist. Wenn dein Geschäft sehr fokussiert ist und du im Wesentlichen ein einziges Angebot verkaufst. Wenn du gerade erst startest und schnell sichtbar werden möchtest, ohne in Vorleistung zu gehen. Wenn du eine Kampagne startest und keine bestehende Website hast, die dazu passt.

In diesen Fällen baust du eine schlanke, gut formulierte Seite mit allem Wesentlichen drauf, von der Begrüßung über das Angebot bis zum Kontakt. Das ist nicht weniger seriös als eine umfangreiche Website, es ist nur passender.

Wann eine Website der bessere Weg ist

Sobald du mehrere Angebote hast, lokal gefunden werden willst, regelmäßig Inhalte veröffentlichst oder unterschiedliche Zielgruppen ansprichst, bist du mit einer Website besser aufgestellt. Sie wächst mit dir, lässt sich in alle Richtungen erweitern und arbeitet auch dann für dich, wenn du gerade keine Anzeigen schaltest.

Eine Website lebt von Tiefe. Sie kann eine ausführliche Über-mich-Seite tragen, einen Blog, eine Leistungsübersicht mit eigenen Unterseiten, eine Galerie, einen FAQ-Bereich. Das alles auf einer einzigen Landingpage zu bündeln, würde überfordern.

Die Kombination, die in der Praxis gut funktioniert

Bei vielen meiner Kunden machen wir am Ende beides. Eine solide Website als Heimat des Geschäfts, plus einzelne Landingpages für konkrete Kampagnen oder Aktionen. Die Landingpage liegt unter einer eigenen Adresse wie deinedomain.de/herbstaktion und ist auf genau diese eine Sache zugeschnitten.

Der Vorteil: Die Website bleibt aufgeräumt. Aktionen, die irgendwann vorbei sind, leben auf separaten Seiten und stören die Hauptstruktur nicht. Wenn die Aktion endet, schaltest du die Landingpage einfach ab oder leitest sie weiter.

Was bei einer Landingpage zählt

Eine gute Landingpage führt sanft. Oben eine klare Aussage, was hier passiert und für wen. Direkt darunter der erste Hinweis auf die gewünschte Aktion. Dann der eigentliche Inhalt, gegliedert in kurze Abschnitte. Konkrete Argumente, ehrliche Preise, optional Stimmen von Kunden. Am Ende noch einmal der Button.

Was eine Landingpage stark macht, ist Klarheit. Ein Versprechen, eine Geschichte, eine Aktion. Der Besucher soll sich beim Lesen wiederfinden, nicht überlegen müssen, wo er gerade ist.

Was bei einer Website zählt

Bei einer Website geht es um Orientierung. Eine Hauptnavigation, die zeigt, was alles da ist. Eine Startseite, die in fünf Sekunden klar macht, worum es geht. Unterseiten, die jeweils ein Thema vertiefen. Eine Kontaktseite, die ohne Hürden zugänglich ist.

Dazu kommen die Pflichtseiten Impressum und Datenschutz, idealerweise lokales SEO über das Google Business Profil, und ein responsives Design, weil die meisten Besucher mobil kommen.

Häufig gestellte Fragen

Kann eine Landingpage später zu einer Website werden?

Ja, problemlos. Viele Kunden starten mit einer Landingpage und erweitern sie später um weitere Seiten. Die Domain bleibt gleich, die Inhalte wandern in eine Hauptnavigation, neue Unterseiten kommen dazu. Das ist ein sinnvoller Weg, wenn man klein anfangen möchte.

Brauche ich für eine Landingpage ein eigenes Impressum?

Ja. Sobald eine Seite in Deutschland geschäftlich erreichbar ist, gilt die Impressumspflicht. Auch eine einzelne Landingpage braucht Impressum und Datenschutzerklärung. Mehr dazu im Artikel zu Impressum und Datenschutzerklärung.

Was kostet eine Landingpage im Vergleich zu einer Website?

Eine fokussierte Landingpage ist meistens günstiger als eine vollständige Website, weil sie weniger Seiten und Strukturen hat. Bei mir liegt sie typischerweise im Bereich einer kleinen Website. Was sie genau kostet, hängt vom Umfang ab. Eine grobe Übersicht findest du im Artikel zu Website-Preisen.

Kann ich eine Landingpage auch unter einer Subdomain veröffentlichen?

Ja, das geht. Eine eigene Adresse wie aktion.deinedomain.de oder ein Pfad wie deinedomain.de/herbst funktionieren beide. In den meisten Fällen reicht ein Pfad und ist einfacher zu pflegen.

Reicht eine Landingpage für lokales SEO?

Für lokale Sichtbarkeit ist eine vollständige Website meistens stärker, weil sie mehr Inhalt und mehr Unterseiten hat, die zu unterschiedlichen Suchanfragen passen. Eine Landingpage kann lokal sichtbar werden, aber sie spielt selten ihre volle Wirkung aus, wenn sie als einzige Seite stehen muss. Mehr dazu in lokales SEO.

Bild: Generiert mit KI