Adobe Creative Cloud kostet im Komplettpaket rund 65 € im Monat. Dauerhaft. Du zahlst, solange du die Programme nutzt, und besitzt am Ende nichts. Kündigst du, kommst du an manche eigenen Dateien kaum noch heran. Für eine Werbeagentur mag das passen. Für die meisten Selbständigen, die ab und zu ein Bild zuschneiden, ein Logo anpassen oder ein PDF gestalten, ist es rausgeworfenes Geld. Hier sind die Alternativen, die ich Kunden empfehle.
Rund 800 Euro im Jahr
Das Komplettpaket liegt in Deutschland bei rund 65 € im Monat, einzelne Programme wie Photoshop bei etwa 24 €. Klingt im Monat überschaubar. Aufs Jahr sind das beim Komplettpaket um die 800 €, und das Jahr für Jahr, ohne dass dir je etwas davon gehört.
Das ist dasselbe Muster wie bei vielen Abo-Diensten: günstiger Einstieg, dauerhafte Bindung. Wer rechnet, merkt schnell, dass sich für gelegentliche Aufgaben kaum etwas davon lohnt.
Affinity ist jetzt kostenlos
Das ist die wichtigste Neuigkeit für alle, die Adobe loswerden wollen. Affinity, früher die bekannteste Kauf-Alternative zu Adobe, wurde von Canva übernommen und ist seit Ende 2025 komplett kostenlos. Was vorher Affinity Photo, Designer und Publisher waren, also der Ersatz für Photoshop, Illustrator und InDesign, steckt jetzt in einer einzigen App.
Der Haken: Zum Aktivieren brauchst du ein kostenloses Canva-Konto, und die KI-Funktionen sind einem kostenpflichtigen Canva-Abo vorbehalten. Die eigentlichen Profi-Werkzeuge bleiben gratis. Für die meisten Selbständigen ist das ein starkes Angebot. Man sollte nur wissen, dass man sich damit ein Stück weit ans Canva-Ökosystem bindet.
Photopea läuft im Browser
Wenn du nicht einmal etwas installieren willst: Photopea läuft direkt im Browser, kostenlos, und sieht Photoshop zum Verwechseln ähnlich. Es öffnet sogar PSD-Dateien. Fürs gelegentliche Zuschneiden, Freistellen oder Text-auf-Bild ist das oft schon die ganze Lösung.
Ein gutes Logo und saubere Bilder zahlen sich auf der Website doppelt aus. Echte Fotos wirken dabei meist besser als Stockbilder.
Die Open-Source-Klassiker
Wer ganz unabhängig bleiben will, ohne Konto und ohne Konzern dahinter, greift zu den freien Programmen. Sie laufen auch unter Linux.
- GIMP für Bildbearbeitung. Mächtig, etwas eigenwillig in der Bedienung, seit Jahren bewährt.
- Inkscape für Logos, Icons und alles, was beliebig skalierbar sein muss. Der freie Ersatz für Illustrator.
- Scribus für Layout und Druck, also Flyer, Broschüren oder eine Preisliste als PDF. Der freie Ersatz für InDesign.
Adobes Stärken
Damit das nicht einseitig wird: Adobe ist nicht ohne Grund Marktführer.
- In großen Teams ist die Zusammenarbeit über die Adobe-Programme eingespielter.
- Wer in einer Branche arbeitet, in der alle Dateien in Adobe-Formaten ausgetauscht werden, hat es mit Alternativen schwerer.
- Ein paar sehr spezielle Funktionen, etwa in der Video- oder Druckvorstufe, sind bei Adobe weiter ausgereift.
Für professionelle Grafiker und Agenturen kann das Abo also seinen Preis wert sein. Für den Rest selten.
Für die meisten reicht weniger
Die meisten öffnen ein Bildbearbeitungsprogramm selten. Und für selten lohnt sich kein dauerhaftes Abo.
Mein Rat: Fang mit Photopea an, kostet nichts und läuft sofort im Browser. Brauchst du mehr, ist das jetzt kostenlose Affinity der nächste Schritt. Das Adobe-Abo brauchst du erst, wenn du täglich professionell gestaltest. Denselben Gedanken fürs Betriebssystem findest du im Artikel zu Linux für kleine Unternehmen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet Adobe Creative Cloud im Jahr?
Das Komplettpaket liegt in Deutschland bei rund 65 € im Monat, also um die 800 € im Jahr. Einzelne Programme wie Photoshop kosten etwa 24 € im Monat. Preise ändern sich, prüf vor dem Abschluss den aktuellen Stand.
Was ist die beste kostenlose Photoshop-Alternative?
Zwei Optionen sind hier vorn: Photopea läuft kostenlos im Browser, sehr nah an Photoshop und mit PSD-Unterstützung. Und das von Canva übernommene Affinity ist seit Ende 2025 ebenfalls kostenlos und deckt sogar Illustrator und InDesign mit ab.
Ist Affinity wirklich kostenlos?
Ja. Seit Ende 2025 ist die Affinity-App kostenlos, du brauchst nur ein kostenloses Canva-Konto zum Aktivieren. Die normalen Design-Werkzeuge sind gratis, nur die KI-Funktionen hängen an einem kostenpflichtigen Canva-Abo.
Brauche ich als Selbständiger überhaupt ein Bildbearbeitungsprogramm?
Oft reicht weniger, als man denkt. Bilder fürs Web zuschneiden und optimieren geht mit Photopea in Minuten. Für eine ganze Website lohnt sich eher die Zusammenarbeit mit jemandem, der Bilder, Texte und Technik zusammen denkt.
Laufen die Adobe-Alternativen auch auf dem Mac?
Ja. Photopea läuft in jedem Browser, GIMP, Inkscape und Scribus gibt es für Windows, macOS und Linux, Affinity für Windows und Mac.