Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch: „Muss ich das wirklich machen lassen, oder kann ich das selbst?" Die ehrliche Antwort: Kommt drauf an. Nicht auf dein Budget, sondern auf das, was die Website leisten soll. Hier ein Vergleich ohne Verkaufsargumente.
Was Baukästen können
Wix, Jimdo, Squarespace und ähnliche Anbieter machen es möglich, ohne Programmierkenntnisse eine Website zu erstellen. Du wählst ein Template, ziehst Elemente auf die Seite, füllst Texte und Bilder ein. Nach ein paar Stunden hast du etwas, das im Browser funktioniert.
Für bestimmte Fälle reicht das vollkommen aus. Wenn du eine einfache Visitenkarten-Seite brauchst, die sagt, wer du bist und wie man dich erreicht, dann ist ein Baukasten eine vernünftige Lösung. Schnell, günstig, funktional.
Wo Baukästen an ihre Grenzen kommen
Die Probleme beginnen, wenn du mehr willst als eine digitale Visitenkarte:
- Ladezeit: Baukästen laden viel Code, den du nicht brauchst. Das macht die Seite langsam. Und Ladezeit entscheidet, ob Besucher bleiben.
- SEO: Die Grundlagen funktionieren, aber die Struktur ist eingeschränkt. Seitentitel, URLs und Überschriften-Hierarchie lassen sich nicht immer sauber kontrollieren. Das kostet Rankings.
- DSGVO: Viele Baukästen laden standardmäßig Google Fonts, Tracking-Scripts und Drittanbieter-Cookies. Das abzuschalten ist oft umständlich oder gar nicht möglich. Was du zum Thema DSGVO beachten musst, habe ich separat zusammengefasst.
- Design: Du bist an das Template gebunden. Anpassungen gehen bis zu einem Punkt, dann ist Schluss. Was du dir vorstellst und was das Template hergibt, sind zwei verschiedene Dinge.
- Abhängigkeit: Deine Website liegt auf der Plattform des Anbieters. Wix macht die Preise, Wix entscheidet über Features, Wix kann den Dienst ändern. Du kannst nicht einfach umziehen.
Was du bekommst, wenn du es machen lässt
Ein Freelancer oder eine Agentur baut dir eine Website, die auf deine Anforderungen zugeschnitten ist. Das bedeutet: Struktur, Design, Texte und Technik passen zusammen und sind auf dein Ziel ausgerichtet.
Konkret heißt das:
- Schnelle Ladezeiten, weil nur das geladen wird, was nötig ist
- Saubere SEO-Struktur, die bei Google funktioniert
- DSGVO-Konformität von Anfang an
- Design, das zu deinem Angebot passt, nicht zu einem Template
- Du bist Eigentümer. Kein Abo, keine Plattform-Abhängigkeit
Der Nachteil: Es kostet mehr. Nicht zehn Euro im Monat, sondern einen vierstelligen Einmalbetrag. Was eine Website konkret kostet, habe ich separat aufgeschlüsselt.
Die versteckten Kosten von „kostenlos"
Baukästen werben mit kostenlosen Einstiegsangeboten. In der Praxis zahlst du trotzdem:
- Eigene Domain: Kostenlose Pläne geben dir eine Subdomain wie deinname.wixsite.com. Wirkt nicht professionell. Eigene Domain kostet extra.
- Werbung entfernen: Im kostenlosen Plan steht „Made with Wix" auf deiner Seite. Weg bekommst du das nur im Bezahlplan.
- Zusatzfunktionen: Kontaktformulare, mehr Speicher, bessere Templates. Alles hinter Bezahlschranken.
- Deine Zeit: Der größte Posten. Eine Website selbst zu bauen, die auch funktioniert, dauert nicht einen Nachmittag, sondern Wochen. Wochen, in denen du nicht an deinem eigentlichen Business arbeitest.
Rechne mal durch: Wenn du 20 Stunden an deiner Website sitzt und dein Stundensatz 60 Euro ist, hast du 1.200 Euro investiert. Dafür bekommst du beim Freelancer bereits eine fertige Seite.
Wann du es selbst machen kannst
- Du brauchst nur eine einfache Seite mit Name, Leistung und Kontakt
- Du hast Freude an Technik und bist bereit, dich einzuarbeiten
- Die Website muss nicht bei Google ranken
- Du brauchst sie schnell und das Budget ist knapp
- Du siehst es als Übergang, bis du in eine professionelle Seite investierst
Wann du es machen lassen solltest
- Du willst über Google gefunden werden
- Die Website soll Anfragen bringen, nicht nur existieren
- Du brauchst ein Design, das zu deinem Angebot passt
- DSGVO-Konformität ist dir wichtig
- Du willst deine Zeit in dein Business stecken, nicht in Website-Technik
Baukästen sind wie Fertiggerichte. Sie machen satt. Aber wenn du Gäste beeindrucken willst, kochst du selbst. Oder du lässt jemanden kochen, der das kann.
Der Mittelweg: Template vom Profi einrichten lassen
Es gibt eine Option dazwischen: Du kaufst ein gutes Website-Template und lässt es von einem Freelancer einrichten und anpassen. Das spart Geld gegenüber einer komplett individuellen Website und liefert trotzdem ein professionelles Ergebnis.
Das funktioniert gut bei WordPress. Du bekommst eine saubere Basis, die du später selbst pflegen kannst. Und wenn du doch mehr brauchst, kann der Freelancer erweitern, ohne bei null anzufangen. Ob WordPress oder eine individuelle Website besser passt, hängt vom konkreten Fall ab.
Häufig gestellte Fragen
Ist Wix gut für eine Geschäftswebsite?
Für eine einfache Präsenzseite ja. Für eine Seite, die bei Google ranken soll und Anfragen generieren muss, gibt es bessere Optionen. Die eingeschränkte SEO-Kontrolle und die Ladezeiten sind die größten Schwächen.
Kann ich meine Wix-Website später zu einem Freelancer umziehen?
Nicht direkt. Wix-Websites lassen sich nicht exportieren. Du kannst Texte und Bilder übernehmen, aber die Seite muss neu gebaut werden. Das ist ein echter Nachteil gegenüber WordPress, wo ein Umzug technisch möglich ist.
Wie lange dauert es, eine Website selbst zu erstellen?
Wenn du es zum ersten Mal machst: rechne mit 20 bis 40 Stunden für eine einfache Seite mit vier bis fünf Unterseiten. Texte schreiben dauert am längsten. Wer Erfahrung hat, schafft es in einem Wochenende.
Was kostet eine professionelle Website beim Freelancer?
Zwischen 1.500 und 5.000 Euro für eine kleine bis mittlere Website. Dafür bekommst du Design, Texte, SEO-Grundlagen und technische Umsetzung. Laufende Kosten sind dann nur Domain und Hosting, zusammen etwa 5 bis 15 Euro im Monat.
Lohnt sich Squarespace für Fotografen oder Kreative?
Für reine Portfolio-Seiten ist Squarespace eine gute Wahl. Die Templates sind optisch stark und die Bilddarstellung funktioniert gut. Für lokale Dienstleister, die über Google gefunden werden wollen, gibt es bessere Lösungen.