„Restaurant in der Nähe" ist einer der häufigsten Suchbegriffe bei Google. Wer dann auf deiner Website landet, hat genau eine Frage: Komme ich heute Abend hin? Wenn deine Seite diese Frage nicht in fünf Sekunden beantwortet, ist der Gast weg. Hier ist, was eine Restaurant-Website wirklich braucht.

Das Minimum: Drei Dinge, sofort sichtbar

Jeder Gast sucht dasselbe. Die Speisekarte, die Öffnungszeiten und einen Weg, einen Tisch zu reservieren. Diese drei Informationen müssen auf der Startseite stehen, ohne zu scrollen, ohne zu klicken.

Klingt offensichtlich. Trotzdem sehe ich regelmäßig Restaurant-Websites, auf denen die Öffnungszeiten im Footer versteckt sind, die Speisekarte als nicht durchsuchbares PDF hochgeladen ist und die Reservierung über ein Telefon läuft, das niemand abnimmt.

Die Speisekarte gehört als HTML auf die Seite

PDFs sind für Gäste unpraktisch. Auf dem Handy muss man zoomen und scrollen. Google kann den Inhalt schlechter indexieren. Und wenn sich ein Gericht ändert, musst du ein neues PDF erstellen und hochladen.

Eine Speisekarte als normaler Website-Inhalt ist besser in jeder Hinsicht. Sie ist auf dem Handy lesbar, Google findet sie, und du kannst einzelne Gerichte ändern, ohne das ganze Dokument anzufassen. Allergene und Zusatzstoffe lassen sich direkt unter dem jeweiligen Gericht angeben.

Wer „Pasta Neumünster" googelt und deine Speisekarte listet Pasta-Gerichte auf, wirst du gefunden. Mit einem PDF passiert das nicht.

Öffnungszeiten: Aktuell halten oder weglassen

Nichts ist ärgerlicher als vor einem geschlossenen Restaurant zu stehen, weil die Website falsche Öffnungszeiten anzeigt. Wenn du Ruhetage hast, Feiertage, Betriebsferien oder saisonale Änderungen: Das muss auf der Website stehen. Und zwar aktuell.

Dazu gehört auch das Google Business Profil. Viele Gäste sehen deine Öffnungszeiten gar nicht auf deiner Website, sondern direkt in der Google-Suche. Wenn dort „Geöffnet bis 22 Uhr" steht, du aber um 21 Uhr Küchenschluss hast, gibt es Ärger.

Reservierung: So einfach wie möglich

Ein Kontaktformular für Reservierungen funktioniert, ist aber nicht ideal. Der Gast weiß nicht, ob sein Wunschtermin frei ist. Er muss warten, bis jemand antwortet.

Einfache Optionen: eine Telefonnummer, die prominent angezeigt wird (klickbar auf dem Handy), ein WhatsApp-Link oder ein Reservierungstool wie OpenTable oder Resy. Was am besten passt, hängt von deinem Betrieb ab. Ein kleines Bistro braucht kein Reservierungstool. Ein Restaurant mit 80 Plätzen schon.

Egal welchen Weg du wählst: Er muss auf der Startseite sichtbar sein, nicht auf einer Unterseite, die „Kontakt" heißt.

Fotos: Weniger, aber echte

Stockfotos von perfekt angerichteten Tellern, die nicht aus deiner Küche kommen, erkennen Gäste sofort. Ein paar ehrliche Handyfotos von deinen Gerichten sind mehr wert als zehn gekaufte Bilder.

Was gut funktioniert: zwei bis drei Fotos vom Innenraum, ein paar Gerichte, vielleicht der Außenbereich. Das gibt einen Eindruck, wie es bei dir aussieht. Mehr braucht es nicht. Und bitte nicht als Slider, der automatisch durchläuft. Die klickt niemand durch.

Google Maps und Anfahrt

Eine eingebettete Google-Karte ist praktisch, überträgt aber Daten an Google. Wer DSGVO-konform bleiben will, bindet die Karte hinter einem Klick ein: „Karte laden" als Button, erst danach wird die Karte geladen. Das ist technisch einfach und rechtlich sauber.

Alternativ reicht ein Link zu Google Maps. Der öffnet sich in der App oder im Browser und der Gast kann direkt navigieren. Dazu die Adresse als Text auf der Seite, damit sie kopiert werden kann. Mehr zum Thema DSGVO für Selbständige.

Was du weglassen kannst

Vieles. Eine Restaurant-Website muss nicht unterhalten. Sie muss informieren.

Eine Restaurant-Website ist kein Erlebnis. Sie ist ein Werkzeug. Der Gast soll kommen, finden was er sucht, reservieren und die Seite wieder schließen. Das ist ein Erfolg, nicht ein Misserfolg.

Ladezeit und Mobilfreundlichkeit

Die meisten Leute suchen Restaurants auf dem Handy. Oft unterwegs, oft mit schlechtem Empfang. Wenn deine Seite sechs Sekunden zum Laden braucht, weil zwölf hochauflösende Bilder geladen werden, hast du den Gast verloren.

Bilder komprimieren, wenige Schriften nutzen, kein unnötiges JavaScript. Eine Restaurant-Website sollte in unter zwei Sekunden laden. Warum Ladezeit so wichtig ist, habe ich separat beschrieben.

Häufig gestellte Fragen

Braucht ein Restaurant überhaupt eine eigene Website?

Ja. Ein Google Business Profil ist wichtig, aber es gehört dir nicht. Öffnungszeiten und Speisekarte auf deiner eigenen Seite sind die einzige Informationsquelle, die du kontrollierst. Lieferportale zeigen nur ihre eigene Version deines Restaurants.

Reicht nicht eine Facebook- oder Instagram-Seite?

Nein. Wer „Restaurant Neumünster" googelt, findet keine Instagram-Posts in den Suchergebnissen. Deine eigene Website schon. Warum Social Media allein nicht reicht, habe ich ausführlich beschrieben.

Muss die Speisekarte Preise enthalten?

Wenn du Preise auf der Website zeigst, müssen sie aktuell sein. Manche Restaurants zeigen bewusst keine Preise online. Das ist in Ordnung, solange die Preisangabenverordnung beachtet wird. Im Restaurant selbst sind Preise Pflicht.

Was kostet eine Website für ein Restaurant?

Eine solide Restaurant-Website mit Speisekarte, Öffnungszeiten, Reservierungsmöglichkeit und Google-Maps-Einbindung liegt beim Freelancer zwischen 800 und 2.500 Euro. Eine detaillierte Aufschlüsselung findest du in meinem Kosten-Artikel.