Mark hat unter meinem letzten Beitrag nach Subdomains gefragt, und das ist die Frage, die daraus folgt. Wenn ihr eure Domain mit Substack verbinden sollt und mit Medium und mit eurem Shop, braucht ihr dann drei Domains?

Nein. Eine reicht. Der Rest sind Subdomains, und die habt ihr längst.

Was eine Subdomain ist

Eine Subdomain ist das Wort vor dem ersten Punkt. blog.eurname.de. shop.eurname.de. notizen.eurname.de.

Das sind keine neuen Domains. Niemand verkauft sie euch. Sie kommen mit der Domain, die ihr ohnehin schon bezahlt.

Wie viele es sein dürfen, hängt vom Anbieter und vom Tarif ab. Bei All-Inkl sind im Tarif PrivatPlus 250 Subdomains enthalten, andere Anbieter deckeln früher. Einmal nachsehen, bevor ihr euch auf „beliebig viele" verlasst.

Meine

Ich betreibe eine Domain, byburk.net. (Ich habe noch mehr, aber für dieses Beispiel bleiben wir bei der einen.)

Darauf sitzen Subdomains, die auf meine Projekte zeigen. stories.byburk.net zeigt auf Medium. letters.byburk.net zeigt auf Substack. shop.byburk.net zeigt auf Gumroad. Drei Plattformen, drei Firmen, drei komplett getrennte Systeme, drei Subdomains, aber ein Name über allem.

Die Domain ist die Marke.

Der Aufbau

Ihr geht in die DNS-Einstellungen bei dem Anbieter, bei dem eure Domain liegt. Ihr legt einen CNAME-Eintrag an. Der Name ist das Wort, das ihr haben wollt (shop). Der Wert ist die Adresse, die euch die Plattform nennt, sobald ihr die Domain dort einträgt. Eintragen, speichern, etwas anderes machen. Bis das überall greift, kann ein Tag vergehen.

Die Subdomain ist dabei die einfache Variante. Die Hauptdomain ist die zickigere. Ein CNAME direkt auf der Wurzel einer Domain ist in der Spezifikation nicht vorgesehen, also landet ihr bei A-Records oder dem Flattening-Trick eures Anbieters, und das kann auf Arten kaputtgehen, die man nicht sofort sieht.

blog.eurname.de ist dagegen ein sauberer Eintrag. Deshalb empfehlen viele Plattformen von sich aus die Subdomain.

Namen

Langweilig gewinnt. blog, shop, notizen, briefe, links, laden ...

Jemand sollte den Namen raten können oder ihn tippen, nachdem er ihn einmal gehört hat.

Und wenn eine Subdomain einmal draußen ist, behandelt sie als endgültig. Jeder Link, jeder Share, jedes Google-Ergebnis zeigt auf genau diese Zeichenfolge. texte zwei Jahre später in blog umzubenennen, kostet euch das alles, wenn ihr nicht sauber weiterleitet. Nehmt euch die Minute also lieber jetzt.

SEO

Hier wird es unsauberer als beim Einrichten.

Googles John Mueller hat gesagt, Subdomains und Unterordner würden gleich behandelt, und dann nachgeschoben, er würde Dinge „so weit wie möglich zusammenhalten" und Subdomains nur dort nehmen, wo sich etwas wirklich unterscheidet. Ein Ausweichmanöver. Viele SEO-Leute sagen euch, in der Praxis laufen Ordner (eurname.de/blog) besser als Subdomains, und da ist vermutlich etwas dran. Sicher weiß ich es nicht. Dass Google Subdomains überhaupt indexiert, habe ich inzwischen mit eigenen Zahlen nachgerechnet.

Für euch spielt das hier ohnehin kaum eine Rolle, weil ihr die Wahl gar nicht habt.

Medium schreibt es deutlich: Ihr könnt eine Hauptdomain oder eine Subdomain verbinden, ein Unterverzeichnis nicht. Bei Substack ist es dasselbe. Die Ordner-Variante hieße, dass ihr alles selbst hostet und routet, also genau das, was ihr euch mit diesen Plattformen gespart habt.

Der Vergleich lautet deshalb nicht Subdomain gegen Ordner. Er lautet Subdomain gegen eurname.substack.com.

Was es kostet

Die Plattformen lassen sich das bezahlen. Substack nimmt einmalig 50 Dollar pro Publikation, danach könnt ihr Domains frei hinzufügen und wieder entfernen. Medium will eine aktive Mitgliedschaft. Nichts davon ist dramatisch, aber es summiert sich, wenn ihr vier Sachen auf einmal anbindet.

DNS-Änderungen brauchen manchmal einen Tag, und in dieser Zeit kann die Adresse ins Leere laufen.

Die Autorität wächst außerdem langsam. Jede Subdomain startet bei Google ungefähr bei null. stories.byburk.net lief am ersten Tag nicht. Es hat Monate gedauert, bis es nach oben ging. Dafür gehört es dann euch, und ihr könnt die Zahlen dazu zum ersten Mal selbst sehen. Was das bei mir auf Medium bewirkt hat, rechne ich separat vor.

Und der letzte Punkt ist die Kehrseite der ganzen Idee. Eine Domain ist auch ein einziger Ausfallpunkt. Verpasst ihr die Verlängerung, verliert ihr nicht eine Adresse. Ihr verliert alle Subdomains auf einmal.

Am Dienst dahinter ändert das nichts

Eine Sache noch, weil sie hier gern durcheinandergeht. Eine eigene Subdomain macht den Dienst dahinter nicht europäischer. Zeigt letters.eurname.de auf Substack, laufen die Anfragen eurer Leserinnen und Leser weiter zu einem US-Anbieter, mit IP-Adressen und allem, was dort sonst noch anfällt. Ihr habt die Adresse in der Hand, nicht die Datenverarbeitung. Das ist ein eigenes Thema, aber wer aus Datenschutzgründen umzieht, sollte den Unterschied kennen.

Unterm Strich

Ihr braucht nicht eine Domain pro Plattform, außer ihr wollt es so. Ihr braucht eine Domain und die Angewohnheit, jedes Mal eine Subdomain nachzulegen, wenn ihr euch irgendwo anmeldet, wo eine eigene Adresse möglich ist.

Zuerst auf Englisch erschienen: Medium